Vereinsmeierei

Vereinsmeierei in der Gesellschaft

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Vereinsmeierei

Vereinsmeierei in der Gesellschaft

Deutschland ist das Land der Vereine, gern werden die Deutschen als Vereinsmeier bezeichnet. Im Jahr 2011 gab es zwischen Nordsee und Alpen etwa 580.000 Vereine. Das ist innerhalb von zehn Jahren ein Anstieg um knapp sieben Prozent. Die Deutschen scheinen der „Vereinsmeierei“ wirklich sehr zugetan. Schaut man in diese Gemeinschaften hinein, dann offenbaren sich aber schnell Unterschiede. Denn die Zusammenschlüsse und Verbünde dienen vielen Zwecken. In erster Linie wird in den Vereinen, Klubs und Einrichtungen bürgerschaftliches Füreinander gelebt. Hier engagieren sich Kinder und Jugendliche, Frauen und Männer oder Senioren im Sport, für soziale Belange, im Bereich Gesundheit, für den Naturschutz oder für politische Bildung. Die meisten Vereine gibt es im Bereich Soziales. Bekannte Organisationen sind hier das Deutsche Rote Kreuz oder der Deutsche Caritasverband, die Arbeiterwohlfahrt oder die Diakonie Deutschland. Den größten Zulauf verzeichnen in jüngster Zeit hingegen Vereine aus dem Bereich Umwelt sowie Natur- und Tierschutz. Aber auch im Kultursektor sind die Zuwachsraten stark. Unangefochtener Spitzenreiter bleiben zahlenmäßig allerdings die Sportvereine. Sie halten einen Anteil von etwa 38 Prozent an allen eingetragenen Vereinen. Dahinter rangieren, allerdings mit gehörigem Abstand, Vereine aus dem Bereich Heimat- und Brauchtumspflege sowie solche Verbünde, die allein Freizeitinteressen bedienen. Insgesamt machen diese ZUsammenschlüsse etwa 18 Prozent der bestehenden Vereine aus. Knapp dahinter kommen Sozialverbände, Vereine zur Religion und Entwicklungshilfe mit 13 Prozent auf Platz drei der Statistik ein. Es folgen mit einem Punkt weniger die Kunst- und Kulturvereine. Erst danach melden sich Wirtschaftsverbände im Reigen der Vereine zu Wort, sie haben einen Anteil von etwa zehn Prozent. Interessenverbände und Bürgerinitiativen haben inzwischen zahlenmäßig stark zugelegt, jeder zwölfte Verein ist ihnen zuzurechnen. Stark gewachsen, aber im Gesamtanteil noch schwach positioniert, sind Vereine im Bereich Umwelt und Natur. Sie messen lediglich ein Prozent am Teil der eingetragenen Vereine in Deutschland.

Inhalte sind wichtiger als Zahlen

Doch solch eine Statistik sagt nicht alles über den Wert, Ziele und Arbeit der Vereine aus. Schließlich ist ein Ortsverein des Roten Kreuzes oder der Arbeitwohlfahrt in seiner Bedeutung höher einzuschätzen als der Zusammenschluss von Sammlern, welche Modellautos oder Bierdeckel ordnen. Diese haben freilich auch ihre Bestimmung, doch ihre gesellschaftliche Reichweite ist eine geringere als jene von sozialen oder sportlichen Vereinen. Insofern lohnt durchaus ein Blick auf die gestellten Ziele, welche in den Satzungen der Vereine beschrieben sind. Wer sich für die Mitgliedschaft in einem Verein interessiert, der sollte die Satzung zur Hand nehmen. Wenn man mit den darin genannten Inhalten mitgehen kann, sie aus eigener Überzeugung unterstützt, kann man sicher sein, den richtigen Verein gefunden zu haben. Vor diesem Hintergrund haben Vereine wie das Deutsche Rote Kreuz oder die Caritas eine große Reichweite, weil sie soziale Ziele definieren, die viele Menschen anstreben. Die Vereinsmeierei hat in Deutschland zudem gesellschaftliche Bedeutung erlangt. Denn oftmals sind Rotes Kreuz, Caritas oder Diakonie in einer Stadt oder Region bedeutende Arbeitgeber. Auch hier bietet sich für interessierte Bewerber ein Blick in die Satzung an. So kann man prüfen, ob man mit dem Verein als Arbeitgeber gemeinsame Ziele hat und eine Bewerbung passt. Im Regelfall werden die Aufgaben in einem Verein aber im Ehrenamt ausgeführt. Aufgrund der enormen gesellschaftlichen Bedeutung solcher freiwilligen Tätigkeit erkennt das Finanzamt sogar eine sogenannte „Übungsleiter-Pauschale“ an. Da können Vereinsmitglieder einen Teil ihrer entstandenen Kosten und die dafür erhaltenen Aufwandsentschädigungen anerkannt bekommen. Somit trägt der Staat bei, die Arbeit der Ehrenamtlichen zu unterstützen. Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland bleibt zu erwarten, dass der Tätigkeit in den Vereinen künftig eine noch wichtigere Rolle zukommt. Viele Aufgaben im Bildungs- und Sozialbereich werden künftig von Mittelkürzungen betroffen sein, sodass der Einsatz von Ehrenamtlichen immer wichtiger wird. So gesehen hat die „Vereinsmeierei“ in Deutschland Zukunft.

Rahmenbedingungen schaffen

Vor Ort müssen Verein - dazu gehören nicht nur eingetragene Vereine, sondern auch Klubs, Gemeinschaften, Gewerkschaften und andere mehr – Bedingungen schaffen, um ihre Aufgaben und Ziele bestmöglich zu erreichen. Die Verantwortung dafür haben die Vorstände. Solch ein Vorstand besteht in der Regel aus einem Vorsitzenden, einem Stellvertreter, Schatzmeister und Schriftführer sowie einige Beiräten. Für sie gilt das, was für alle Vereine gilt, besonders: miteinander und füreinander da sein. Ein wichtiges Argument für das Mitmachen im Verein ist für den Einzelnen aber der Spaß an der Gemeinschaft und dem gemeinsamen Hobby oder der gemeinschaftlichen Verantwortung. Mitmachen bringt Freude und Freunde und bei Gemeinnützigkeit des Vereins sind Zuwendungen und Spenden in vielen Fällen steuerlich absetzbar.